Betriebssystemfamilie
BeOS - ein eigener Weg neben Windows, Mac und Linux
BeOS war kein Unix und kein Windows-Abkömmling, sondern ein eigenständiges Desktopbetriebssystem. Es setzte auf Medienarbeit, viele gleichzeitige Abläufe und ein Dateisystem, das selbst suchen konnte.
Die Bedienidee
Oben rechts steht die Deskbar, der Schreibtisch selbst ist ein Ordner, und jedes Fenster trägt einen schmalen gelben Reiter. Wer mehrere Fenster nebeneinander legt, kann die Reiter versetzen und behält so alle Namen im Blick. Vier Arbeitsflächen trennen verschiedene Aufgaben voneinander. Dateien tragen zusätzliche Felder, nach denen sich das ganze System durchsuchen lässt.
Kennzeichen von BeOS
Tracker als Schreibtisch und Dateiverwaltung
Der Schreibtisch ist selbst ein Ordnerfenster. Dieselbe Anwendung zeigt Symbole, Listen, Pfade und Zusatzangaben.
Deskbar statt Taskleiste
Die Deskbar sitzt üblicherweise oben rechts, ist schmal und vereint Menü, Uhr, Statusbereich und laufende Programme.
Gelbe Fenstertabs
Statt einer durchgehenden Titelleiste trägt jedes Fenster einen schmalen Reiter, der sich entlang der Oberkante verschieben lässt.
Dateisystem mit Attributen
Zu jeder Datei gehören zusätzliche Felder wie Absender, Ort oder Bewertung. Sie sind Teil des Dateisystems, nicht des Programms.
Abfragen statt reiner Ordnerlogik
Eine Abfrage sucht über Name, Typ, Attribut oder Inhalt und lässt sich wie ein Ordner speichern und erneut öffnen.
Auf Medien und viele Nebenläufigkeiten ausgelegt
Die Architektur war früh auf mehrere Prozessorkerne und zahlreiche gleichzeitige Abläufe ausgerichtet.
Stationen von BeOS
Be Inc. und die BeBox (1995)
Eigene Hardware mit zwei Prozessoren und ein von Grund auf neues Betriebssystem.
BeOS für PowerPC-Macs (1996)
Das System wurde auf verbreitete Rechner portiert und fand eine kleine, treue Anhängerschaft.
BeOS Release 4 und 4.5 (1998 und 1999)
Portierung auf gängige PC-Hardware, reifer Tracker und stabile Medienwerkzeuge.
BeOS 5 Personal Edition (2000)
Kostenlose Ausgabe der BeOS-5-Generation, die viele Interessierte zum ersten Mal ausprobierten.
Ende von Be Inc. (2001)
Die Vermögenswerte wurden verkauft, die Weiterentwicklung als Produkt endete.
Haiku als freier Nachbau (ab 2001)
Ein eigenständiges Projekt führt die Bedienidee bis heute fort, ist aber nicht BeOS selbst.
Rechtlicher Hinweis
Betriebssysteme.net ist ein unabhängiges Informationsangebot und steht in keiner Verbindung zu den heutigen Rechteinhabern an BeOS. Die dargestellten Oberflächen sind eigenständige, historisch inspirierte Simulationen. Es werden keine Originalsymbole, Originalschriften, Abbilder oder Systemdateien verwendet.