Betriebssystemfamilie
NeXTSTEP - Werkstatt für objektorientierte Software
NeXTSTEP war keine Massenware, sondern eine Arbeitsumgebung für anspruchsvolle Entwicklung. Die dunkle Oberfläche, das Dock und der Workspace Manager wirken bis heute nach.
Was NeXTSTEP ausmachte
NeXTSTEP verband einen UNIX-Unterbau mit einer durchgängig objektorientierten Programmierumgebung. Programme entstanden aus wiederverwendbaren Klassen und wurden grafisch zusammengesetzt. Für Anwender zeigte sich das in einer sehr aufgeräumten, dunklen Oberfläche mit klaren Kanten statt bunter Flächen.
Bausteine der Oberfläche
Workspace Manager
Zentrale Oberfläche aus Dateiverwaltung, Dock, Shelf und Recycler in einem Programm.
Dock
Senkrechte Leiste am Bildschirmrand mit quadratischen Kacheln für Programme.
Shelf
Ablage für Verweise auf häufig genutzte Ordner und Dokumente, keine Kopien.
File Viewer
Mehrspaltige Navigation: links der Pfad, rechts Vorschau und Angaben zum Objekt.
UNIX-Unterbau
Darunter arbeitete ein UNIX-System mit Terminal, Prozessen und Dateirechten.
Objektorientierung
Objective-C, Application Kit und Interface Builder prägten die Programmentwicklung.
Stationen
NeXT Computer gegründet (1985)
Nach dem Weggang von Apple entsteht ein Unternehmen für Arbeitsplatzrechner im Hochschulumfeld.
NeXTSTEP 1.0 (1989)
Erste Fassung der Umgebung mit Workspace Manager, Dock und Display PostScript.
NeXTSTEP 3.x (1992 bis 1995)
Reife Fassungen mit deutlich erweiterter Entwicklungsumgebung und Portierung auf weitere Prozessoren.
Übergang zu OPENSTEP (1996)
Die Programmierschnittstellen werden von der Hardware gelöst und auf andere Systeme übertragen.
Wirkung
Viele Ideen aus NeXTSTEP wanderten später in andere Systeme: das Dock, die Spaltenansicht im Dateimanager und große Teile der Programmierschnittstellen. Wer sehen möchte, wohin die Entwicklung führte, findet den nächsten Schritt bei Mac OS X 10.4 Tiger.