2009 - Aero-Ära

Windows 7

Windows 7 verfeinerte die Vista-Plattform mit einer neu organisierten Taskleiste und logischen Bibliotheken. Die vertraute Desktopbedienung blieb erhalten, während Programme und Fenster enger zusammenrückten.

In der Browser-Simulation

Aero-Rahmen, eine Superbar mit fest angehefteten Programmen, das Startmenü mit Suche und Bibliotheken im Explorer sind nachgebildet. Ausgewählte Gadgets, Systemsteuerung, Task-Manager und Eingabeaufforderung ergänzen den Desktop. Fenstervorschauen und Sprunglisten werden nicht nachgebildet; Dateien und Systemanzeigen bleiben innerhalb der lokalen Nachbildung, ohne echte Windows-Dienste zu nutzen.

NT 6.1: Kontinuität mit Vista

Windows 7 erschien am 22. Oktober 2009. Die interne Version NT 6.1 verdeutlicht die Nähe zu Windows Vista und dessen NT-6.0-Plattform. Windows 7 entwickelte unter anderem Grafikmodell, Desktopkomposition, Suche und Sicherheitsbedienung weiter, statt mit einem völlig anderen Unterbau neu zu beginnen.

32- und 64-Bit-Ausgaben bedienten unterschiedliche PC-Konfigurationen. Mit wachsendem Arbeitsspeicher gewann 64 Bit an Bedeutung; die Auswahl blieb von Geräten, Treibern und Anwendungen abhängig. Heim-PCs, Bürorechner und Notebooks gehörten gleichermaßen zum Einsatzfeld.

Aero und Fensterorganisation

Aero Glass führte die transparente Rahmengestaltung fort, sofern Edition und Grafikunterstützung geeignet waren. Aero Peek erlaubte einen Blick auf den Desktop beziehungsweise einzelne Vorschauen, Snap vereinfachte das Anordnen von Fenstern an Bildschirmrändern und Shake konnte andere Fenster minimieren. Diese Funktionen ergänzten Maus und Tastatur, statt sie zu ersetzen.

Desktop-Gadgets konnten ohne die feste Vista-Sidebar auf dem Desktop liegen. Sie waren zeittypische Zusatzfunktionen, kein unverzichtbarer Kern des Systems. Die historisch vorhandenen Funktionen sind von der Auswahl der Browser-Simulation zu trennen: Diese zeigt eigene Aero-Rahmen und ausgewählte Gadgets, aber nicht jede historische Fensteraktion.

Zum Zusammenhang zwischen Oberfläche und Fensterverwaltung siehe Desktop, Fenstermanager und Desktopumgebungen.

Taskleiste, Vorschauen und Jump Lists

Die oft Superbar genannte Taskleiste verband angeheftete Programme mit ihren geöffneten Fenstern. Große Symbole und Gruppierung reduzierten die Trennung zwischen Programmstart und Fensterwechsel. Vorschauen halfen, ein bestimmtes Fenster innerhalb einer Gruppe zu erkennen.

Jump Lists beziehungsweise Sprunglisten boten je nach Anwendung zuletzt verwendete Dokumente oder passende Aktionen. Das Startmenü blieb erhalten und enthielt weiterhin eine Suche. Die Änderungen verfeinerten damit den vertrauten Desktop, ohne ihn durch eine neue Vollbildoberfläche zu ersetzen.

Die Simulation zeigt eine Taskleiste mit fest angehefteten Programmen und geöffneten Fenstern. Fenstervorschauen und Sprunglisten sind dort nicht nachgebildet.

Bibliotheken sind eine logische Dateisicht

Bibliotheken fassten Inhalte mehrerer Ordner unter einer gemeinsamen Ansicht zusammen, etwa Dokumente, Bilder, Musik und Videos. Eine Datei behielt ihren Speicherort; die Bibliothek war weder ein neues Dateisystem noch zwangsläufig eine Kopie der enthaltenen Dateien.

NTFS blieb der typische Systemkontext. Andere unterstützte Dateisysteme konnten auf zusätzlichen Datenträgern vorkommen. Berechtigungen hingen weiter an Konten und tatsächlichen Speicherorten, nicht allein an der Bibliotheksansicht. Hintergrund: Dateisysteme und Pfade.

Im simulierten Explorer lässt sich die gebündelte Ansicht nachvollziehen. Sie arbeitet ausschließlich mit den virtuellen Inhalten der Anwendung.

Notebooks, Mehrkern-PCs und neue Speichermedien

Windows 7 traf auf verbreitete Mehrkernprozessoren, leistungsfähigere Notebooks und eine zunehmende Nutzung von 64-Bit-Systemen. SSDs gewannen an Bedeutung, während klassische Festplatten weiterhin üblich blieben. Ein System musste zu seinem konkreten Arbeitsprofil passen, nicht nur zu nominellen Mindestanforderungen.

Treiber und Hardwarehersteller bestimmten weiterhin die Nutzbarkeit von Grafik, Peripherie und Energieverwaltung. Touch-Unterstützung ergänzte den Desktop auf geeigneten Geräten, blieb aber kein dominantes Bedienmodell für gewöhnliche PCs. Mehr dazu: Hardware, Treiber und Architektur.

Heimnetzgruppe und Unternehmensbetrieb

Die Heimnetzgruppe (HomeGroup) war ein damaliges Konzept für vereinfachte Freigaben in privaten Netzen. Die Möglichkeiten zum Erstellen oder Beitreten hingen von der Edition ab. Es handelt sich um eine historische Windows-Funktion, nicht um ein heute allgemein verfügbares Netzwerkangebot.

Im Unternehmen konnten passende Editionen Domänenmitgliedschaft und weitere Verwaltungsfunktionen nutzen. Auch Remote-Desktop-Hosting war editionsabhängig. Heimnetzgruppe, Arbeitsgruppe und Unternehmensdomäne sind unterschiedliche Konzepte. Grundlagen erläutert Netzwerk und Internet.

Angepasste UAC, Firewall und Systempflege

Windows 7 entfernte UAC nicht, sondern passte ihr Verhalten und ihre Einstellmöglichkeiten gegenüber Vista an. Administrative Änderungen konnten weiterhin eine Rechteerhöhung verlangen. Weniger störende Bedienung war nicht gleichbedeutend mit unbegrenzter Sicherheit. Weiterführend: Benutzer und Berechtigungen.

Firewall, Windows Update und das Wartungscenter unterstützten die Pflege des Systems. Der damalige Windows Defender war vor allem ein Antispyware-Werkzeug, nicht die heutige umfassendere Sicherheitslösung. BitLocker blieb bestimmten Editionen, insbesondere Enterprise und Ultimate, vorbehalten.

Korrekturen und das Service Pack gehörten zum Lebenszyklus. Der reguläre Support ist beendet; die historische Vertrautheit der Oberfläche darf nicht mit heutigen Sicherheitsstandards verwechselt werden. Mehr dazu unter Sicherheit und Updates.

Von Vista zur nächsten Desktopgeneration

Windows 7 wurde als verfeinerte Ausprägung der Vista-Plattform breiter akzeptiert. Reifere Treiber und die überarbeitete Bedienung trugen zum veränderten Bild bei; daraus folgt keine pauschale Rangfolge für jeden Einsatzzweck.

Windows 8 setzte später stärkere Akzente auf Touch und eine neue Startoberfläche. Die im Portal vertretene Version Windows 8.1 führt diese nächste Phase vor Augen. Der Geschichte-Hub ordnet die Entwicklung ein; ein Vergleich mit anderen Desktopkonzepten behandelt unter anderem Ubuntu 10.04 und Windows 7.