In der Browser-Simulation
Sperrbildschirm, Startscreen mit Kacheln und Alle-Apps-Ansicht, Charms-Leiste, App Switcher und Snap-Aufteilung sind nachgebildet. Dazu kommen Modern-Apps, der Desktop mit Explorer und Menüband, PC-Einstellungen und Systemsteuerung. Kachelinhalte und Systemdaten werden lokal erzeugt.
NT 6.3: Weiterentwicklung von Windows 8
Windows 8 erschien 2012 und ersetzte das Startmenü durch einen Vollbild-Startscreen; der Startbutton verschwand aus der Taskleiste. Damit veränderte sich der Einstieg in das System stärker als bei den meisten Versionen davor.
Windows 8.1 folgte im Oktober 2013 als kostenloses Update für Windows 8. Die interne Version NT 6.3 zeigt die enge Verwandtschaft: Es war eine Weiterentwicklung derselben Plattform, kein technischer Neustart. In der Reihe steht es zwischen Windows 7 beziehungsweise Windows 8 und Windows 10.
Design
Die Gestaltung ist bewusst flach und typografisch. Farbflächen, klare Schrift und rechteckige Formen ersetzen die Glaseffekte der Aero-Ära von Windows Vista und Windows 7. Verläufe, Schatten und Rundungen treten stark zurück.
Startbutton und Startscreen
Der zurückgekehrte Startbutton öffnete weiterhin den Vollbild-Startscreen. Ein klassisches Startmenü kam mit Windows 8.1 nicht zurück; es kehrte erst mit Windows 10 in veränderter Form wieder. Ein Rechtsklick auf den Startbutton bot zusätzlich ein Menü mit häufig gebrauchten Systemwerkzeugen.
Programme erschienen als Kacheln in unterschiedlichen Größen und ließen sich zu benannten Gruppen ordnen. Live-Kacheln konnten aktuelle Inhalte anzeigen. Die Alle-Apps-Ansicht listete sämtliche Programme, Hintergrund und Farben ließen sich anpassen. Der Startscreen blieb trotzdem eine Vollbildfläche.
Charms, Bildschirmecken und App Switcher
Die Charms-Leiste am rechten Rand fasste Suchen, Teilen, Start, Geräte und Einstellungen zusammen. Auf Touchgeräten erschien sie per Wischgeste, mit der Maus über die rechten Bildschirmecken. Am Schreibtisch wurde diese Ecksteuerung unterschiedlich aufgenommen; Windows 8.1 erlaubte, einzelne Ecken zu deaktivieren.
Der App Switcher am linken Rand wechselte zwischen zuletzt verwendeten Apps und dem Desktop. Mit Snap ließen sich mehrere Apps nebeneinander anordnen; gegenüber Windows 8 wurde die Aufteilung flexibler und hing von der Bildschirmbreite ab.
Desktop und Modern UI als zwei Bedienwelten
Windows 8.1 kennt zwei Welten: klassische Desktopprogramme mit Fenstern und Taskleiste sowie Modern-UI-Apps wie Fotos, Kalender oder Mail, die im Vollbild oder in Snap-Aufteilung liefen. Neu war die Möglichkeit, nach der Anmeldung direkt auf dem Desktop zu starten.
Beide Welten blieben dennoch getrennt. Wie Oberfläche und Fensterverwaltung grundsätzlich zusammenhängen, erklärt Desktop, Fenstermanager und Desktopumgebungen.
Store-Apps und Cloudintegration
Neue Apps kamen über den Windows Store. Sie liefen in einer abgegrenzten Umgebung mit eigens zugeteilten Berechtigungen und waren auf Touch und Vollbild ausgelegt. Klassische Desktopprogramme wurden weiterhin wie gewohnt installiert.
Der Cloudspeicher hieß zum Erscheinen von Windows 8.1 noch SkyDrive und war tief ins System eingebunden. 2014 wurde der Dienst in OneDrive umbenannt.
PC-Einstellungen und Systemsteuerung
Die PC-Einstellungen boten eine touchfreundliche Oberfläche für häufige Einstellungen und wurden mit 8.1 erweitert. Die klassische Systemsteuerung blieb parallel bestehen, weil viele Funktionen weiterhin nur dort erreichbar waren.
Sicherheit und Plattform
Viele neue Geräte nutzten UEFI-Firmware; Secure Boot konnte dort das Laden nicht vertrauenswürdiger Startkomponenten verhindern. Das war vor allem eine Frage der Hardware und ihrer Konfiguration.
Seit Windows 8 brachte Windows Defender einen integrierten Viren- und Malwareschutz mit. SmartScreen warnte vor unbekannten heruntergeladenen Programmen. Beides ist nicht mit dem Funktionsumfang heutiger Sicherheitslösungen gleichzusetzen. Mehr dazu: Sicherheit und Updates sowie Hardware, Treiber und Architektur.
Reaktionen und Änderungen gegenüber Windows 8
Vollbild-Startscreen und Touchfokus stießen auf unterschiedliche Reaktionen: Auf Tablets und Convertibles passten sie gut, an klassischen Arbeitsplätzen mit Maus und Tastatur wünschten sich viele einen vertrauteren Einstieg. Windows 8.1 reagierte darauf mit mehreren Änderungen:
- Startbutton in der Taskleiste, der den Startscreen öffnet.
- Direkter Start auf dem Desktop als Option.
- Kacheln in mehr Größen und benannte Gruppen.
- Überarbeitete Alle-Apps-Ansicht und erweiterte Suche.
- Flexiblere Snap-Aufteilung mehrerer Apps.
- Erweiterte PC-Einstellungen.
Zwischenschritt zu Windows 10
Windows 8.1 versuchte, Tablet- und Desktopbedienung in einem System zu vereinen. Windows 10 griff die Erfahrungen auf und brachte 2015 ein Startmenü mit Programmliste und Kachelbereich zurück. Der Geschichte-Hub ordnet diese Entwicklung in die längeren Linien ein.
Systemanforderungen (offiziell)
- Prozessor: 1 GHz oder schneller mit PAE, NX und SSE2.
- Arbeitsspeicher: mindestens 1 GB (32 Bit) beziehungsweise 2 GB (64 Bit).
- Speicher: mindestens 16 GB (32 Bit) beziehungsweise 20 GB (64 Bit).
- Grafik: DirectX 9 oder neuer mit WDDM-Treiber.
- Bildschirm: mindestens 1024 x 768 Bildpunkte für Store-Apps.