Grundlagen

Netzwerk und Internet im Betriebssystem

Wenn ein Browser eine Seite lädt, sieht das nach einer Leistung des Browsers aus. Die eigentliche Verbindung stellt aber das Betriebssystem bereit.

Der Netzwerkstack

Ein Betriebssystem enthält einen Netzwerkstack: aufeinander aufbauende Schichten, die Daten in Pakete zerlegen, adressieren, über eine Netzwerkkarte verschicken und empfangene Pakete wieder zusammensetzen. Ganz unten steht der Treiber für die Netzwerkhardware, darüber die Protokolle, oben die Schnittstellen, über die Programme Verbindungen öffnen. Wie Treiber arbeiten, beschreibt Hardware, Treiber und Systemarchitektur.

Lokales Netz und Internet

Ein lokales Netz verbindet Rechner in einem Gebäude oder Büro, etwa um Dateien oder Drucker gemeinsam zu nutzen. Das Internet verbindet viele solcher Netze weltweit miteinander. Für das Betriebssystem ist der Unterschied geringer, als er klingt: Es verschickt Pakete an Adressen und überlässt es Routern, sie über andere Netze weiterzuleiten.

IP, DNS und Ports

Eine IP-Adresse identifiziert einen Rechner im Netz. Weil Zahlen schwer zu merken sind, übersetzt das DNS Namen wie www.betriebssysteme.net in IP-Adressen. Ports unterscheiden verschiedene Dienste auf demselben Rechner, damit etwa Webserver und E-Mail-Dienst dieselbe Adresse nutzen können.

Diese Begriffe genügen, um Netzwerkeinstellungen zu verstehen, wie sie Systemsteuerungen und Netzwerkwerkzeuge anzeigen. Wer Rechte an solchen Einstellungen hat, regelt das Betriebssystem - siehe Benutzer, Konten und Berechtigungen.

Betriebssystem oder Anwendung?

Das Betriebssystem stellt Verbindungen, Namensauflösung und Netzwerkkonfiguration bereit. Anwendungen wie Browser, E-Mail-Programme oder Dateifreigaben nutzen diese Dienste und fügen ihre eigenen Protokolle hinzu. Ein Browser ist also kein Teil des Netzwerkstacks, sondern ein Programm, das ihn verwendet - auch dann, wenn er mit dem System ausgeliefert wird.

Vom Zusatz zur Grundausstattung

Bei MS-DOS 6.22 musste Netzwerksoftware in der Regel zusätzlich installiert werden. Windows for Workgroups 3.11, im Portal vertreten durch Windows 3.11, brachte dagegen bereits Funktionen für Datei- und Druckerfreigaben im lokalen Netz mit; der Zugang zum Internet erforderte damals aber meist weitere Software. UNIX-Systeme wie Solaris 8 waren dagegen stark auf vernetzte Arbeitsplätze ausgerichtet. Mit der Verbreitung des Internets in den 1990er Jahren wurde Netzwerkunterstützung auch bei Desktop-Systemen wie Windows 98 zur Selbstverständlichkeit. Die zeitliche Einordnung zeigt der Zeitstrahl.

Kein echtes Netzwerk in den Simulationen

Die Simulationen führen keine echten Netzwerkzugriffe aus dem simulierten System heraus aus. Hostnamen, Netzwerkumgebungen oder Browserfenster innerhalb der Simulationen sind nachgebildet und lokal im Browser erzeugt. Es werden weder dein Netzwerk untersucht noch Verbindungen zu fremden Rechnern aufgebaut.